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Kostengünstige Lösungen erleichtern Einstieg in LED-Technik

„Weil wir das Beste von morgen wollen, verhindern wir das Gute von heute und bewahren das Schlechte von Gestern.“ - Mit diesen Worten beschreibt der frühere Bundesumweltminister Klaus Töpfer das Dilemma vieler energiepolitischer Entscheidungen. Investitionen werden vertagt, weil man auf noch bessere und effizientere technische Lösungen hofft. So fällt es vielen Kommunen auch schwer, bereits jetzt in moderne LED-Technik zu investieren, obwohl sich damit bis zu 70 Prozent der Energiekosten einsparen lassen. Ob es sich jedoch lohnt, noch länger an Energie fressenden Quecksilberlampen festzuhalten, ist in vielen Fällen weniger eine Frage des technisch Machbaren als ein schlichtes Rechenexempel.

Skepsis gegenüber der LED-Technologie sei auf jeden Fall nicht mehr angebracht, stellt Prof. Dr.-Ing. Tran Quoc Khanh, Leiter des Fachgebiets Lichttechnik an der Technischen Universität Darmstadt fest: „Als effizientes Leuchtmittel für die Straßenbeleuchtung ist sie hinsichtlich Lebensdauer, Lichtausbeute und Energieeffizienz definitiv einsatzbereit.“ Für den Wissenschaftler steht außer Frage, dass der LED-Technologie die Zukunft gehört. Auch Diplom-Ingenieur Fabio Tinagli, der mit seiner Firma Helecta im niedersächsischen Sittensen auf die Entwicklung von LED-Lösungen für industrielle und öffentliche Bereiche spezialisiert ist, sieht in dieser Technologie große Potenziale. „In den nächsten Jahren wird die Effizienz von LEDs weiter steigen“, sagt Tinagli. Die Lichtausbeute, die heute im Bereich von etwa 100 Lumen/Watt liegt, werde sich der physikalisch möglichen Grenze von 300 Lumen/Watt deutlich annähern. Die Frage ist also berechtigt: Soll man jetzt schon in die LED Technologie einsteigen und mit den aktuellen LED Produkten sofort Kosten sparen oder warten, bis es in drei bis fünf Jahren deutlich effizientere Produkte gibt?

Für die ostfriesische Gemeinde Uplengen (Landkreis Leer) wurde die LED-Technik in dem Moment interessant, als Hochbautechniker Andree Bullerjahn auf eine Information der Firma Helecta stieß. Das Unternehmen bietet nicht nur komplette Straßenleuchten mit LED-Technik an, sondern auch so genannte Retrofit Leuchtmittel. Diese LED basierenden Leuchtmittel haben in der Regel den in der Straßenbeleuchtung üblichen Standard Sockel E27 oder E40, mit dem sich herkömmliche Quecksilberdampflampen (HQL) einfach ersetzen lassen. Die Umrüstung beschränkt sich auf die Überbrückung des Energie fressenden Vorschaltgeräts und den Austausch des Leuchtmittels. Das bedeutet, dass Straßenleuchten nicht mehr aufwändig umgerüstet oder gar durch völlig neue Laternen ersetzt werden müssen. „Damit wird die LED-Technologie preislich attraktiv“, erkannte Bullerjahn sofort.

Nach einem erfolgreichen Test Anfang des Jahres wurde in Uplengen die Anschaffung von 55 Leuchtmitteln beschlossen, mit der im Mai zunächst die Straßenbeleuchtung in der Ortsdurchfahrt auf moderne LED-Technik umgestellt wurde. Die 27 Watt LED-Leuchtmittel ersetzen dort herkömmliche 125 Watt-Leuchtmittel, und dies bei annähernd gleicher Leuchtstärke. Allein diese Investition spart jährlich über 9 Tonnen CO2. Durch Energieeinsparung und geringere Wartungskosten amortisiert sich der Umstieg für die 12.000 Einwohner Gemeinde bereits nach eigenen Berechnungen binnen 1,5 Jahren. Eine lohnende Investition angesichts der deutlich höheren Lebensdauer der Leuchten.

„Die Attraktivität der Retrofit Leuchtmittel liegt natürlich darin, dass Gemeinden die Vorteile der LED-Technik nutzen, ohne sich durch umfangreiche Investitionen auf Jahrzehnte festlegen zu müssen“, sagt Helecta-Chef Fabio Tinagli. Entsprechend stattete sein Unternehmen innerhalb diesen Jahres bereits über tausend Straßenbeleuchtungen mit Retrofit Leuchtmitteln aus. Für viele Installationen mit kleiner bis mittlerer Leistung sei dies eine sehr interessante, günstige und zukunftssichere Alternative zu den heute noch teils sehr teuren integrierten LED Leuchten.

Allerdings sind dem Einsatz der Retrofit-Leuchtmittel auch Grenzen gesetzt, wie Tinagli einräumt. Aus heutigem Stand lassen sich damit vor allem 80 W, in Ausnahmefällen und abhängig vom Leuchtentyp maximal 125 W Quecksilberdampflampen ersetzen. Das reicht aber auf jeden Fall für viele Typen von Leuchten, sei es in Kofferleuchten an der Straße oder in Pilzleuchten auf Parkplätzen, Gehwegen und Parkanlagen.

Höhere Anforderungen stellen auch andere Ansprüche an ein gutes Wärmemanagement, das wichtig ist für Effizienz und Lebensdauer von Leuchtmitteln. Das Wärmemanagement ist bei den relativ kleinen Retrofit Leuchtmitteln sehr viel komplizierter als bei einer LED-Leuchte, bei der im Maximalfall das komplette Gehäuse als Kühlkörper genutzt werden kann. Ebenfalls zu berücksichtigen sei, so Tinagli, dass man mit dem Einsatz einer integrierten LED Leuchte neuer Generation in der Regel eine optimale Lichtverteilung erhält, mit der die Einhaltung der DIN 13201 für Straßenbeleuchtungen energetisch mit höherer Effizienz möglich ist. LED Retrofit Leuchtmittel dagegen nutzen weiterhin die originalen Reflektoren, die man in den vorhandenen Leuchten vorfindet. „Hinsichtlich der erreichbaren Beleuchtungsstärke und Leuchtdichte ist man bei Retrofit daher abhängig von der Qualität und dem Zustand der existierenden Leuchten“, sagt Tinagli. Speziell in alten Pilzleuchtentypen, die meist keine Reflektoren aufweisen, habe man mit LED Retrofit allerdings hervorragende Ergebnisse erzielt.

Das gilt auch für Tinaglis Heimatgemeinde Sittensen, in der in diesem Jahr 200 Straßenleuchten mit Retrofit Leuchtmitteln ausgestattet wurden. Mit Hilfe der LED Technik werden künftig pro Jahr 7.000 Euro an Energie und 33,4 Tonnen CO2 eingespart. „Das Gute von heute“ entlastet hier ab sofort also nicht nur die Gemeindekasse, sondern auch die Umwelt.